Ein durchdachter Finanzplan Friseur ist unverzichtbar für Ihre Gründung. Er zeigt Ihnen und potenziellen Geldgebern, dass Ihr Konzept funktioniert. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Erstellung.
Die Friseurbranche bietet gute Chancen. Mit einem soliden Finanzplan legen Sie den Grundstein für Ihren unternehmerischen Erfolg. Starten Sie jetzt mit Ihrer Planung und verwirklichen Sie Ihren Traum vom eigenen Salon.
Ohne einen soliden Finanzplan fehlt Ihrem Friseursalon der wirtschaftliche Kompass. Er ist die Grundlage für Kreditgespräche mit Banken und hilft Ihnen, Ihre Geschäftsentwicklung zu steuern. Gerade in der Gründungsphase schützt er vor finanziellen Fehlentscheidungen.
Zunächst müssen Sie wissen, wie viel Geld Sie für den Start benötigen. Die Anfangsinvestitionen für einen Friseursalon setzen sich aus mehreren Posten zusammen.
Die Geschäftsausstattung bildet den größten Kostenpunkt. Dazu gehören Frisierstühle, Waschbecken und Spiegel. Hinzu kommen Kassen- und EC-Geräte. Auch das Warenlager für Farben und Pflegeprodukte kostet Geld. Schließlich brauchen Sie Budget für Umbaumaßnahmen und Werbematerial.
Ein realistischer Kapitalbedarf für einen modernen Friseursalon liegt zwischen 80.000 und 120.000 Euro. Dieser Betrag umfasst sowohl die Erstausstattung als auch eine Reserve für die Anlaufphase.
Im nächsten Schritt schätzen Sie Ihre Einnahmen. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle.
Berechnen Sie zunächst Ihren durchschnittlichen Umsatz pro Kunde. Dieser liegt bei klassischen Friseurleistungen oft zwischen 50 und 80 Euro. Danach schätzen Sie die Anzahl der Kunden pro Tag. Ein Friseur kann realistisch etwa drei bis fünf Kunden täglich bedienen.
Multiplizieren Sie diese Werte mit Ihren Öffnungstagen pro Jahr. So erhalten Sie eine erste Umsatzprognose. Planen Sie dabei konservativ. Es ist besser, positiv überrascht zu werden als enttäuscht.
Annahmen:
Ergebnis Jahr 1: ca. 105.000 € (Hauptgeschäft) + 13.000 € (Produktverkauf)
Ergebnis Jahr 3: ca. 243.000 € (Hauptgeschäft) + 30.000 € (Produktverkauf)
Die laufenden Kosten müssen Sie genau kennen. Nur so können Sie Ihren Gewinn berechnen.
Zu den wichtigsten Kostenpositionen gehören die Miete und Nebenkosten. Diese machen oft einen großen Teil der Fixkosten aus. Außerdem fallen Personalkosten an. Rechnen Sie hier etwa 30 Prozent Personalnebenkosten hinzu. Der Wareneinsatz liegt typischerweise bei 15 bis 20 Prozent des Umsatzes.
Vergessen Sie nicht die Versicherungen und Beiträge zur Handwerkskammer. Auch Marketing kostet Geld. Planen Sie zudem einen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben ein.
Die Rentabilitätsvorschau zeigt, ob Ihr Salon profitabel arbeiten wird. Dafür ziehen Sie alle Kosten vom Umsatz ab.
Ein gut geführter Friseursalon kann bereits im ersten Jahr schwarze Zahlen schreiben. In den Folgejahren steigt der Gewinn typischerweise an. Der Grund dafür ist einfach: Ihre Bekanntheit wächst und damit auch die Kundenzahl.
Ein Friseursalon mit zwei bis drei Mitarbeitern kann folgende Entwicklung erreichen:
Diese Zahlen basieren auf einer konservativen Planung. Bei günstiger Entwicklung sind höhere Gewinne möglich.
Die Liquiditätsplanung ist besonders wichtig. Sie zeigt, ob Sie jederzeit zahlungsfähig bleiben.
Erstellen Sie eine monatliche Übersicht aller Einnahmen und Ausgaben. Beachten Sie dabei, dass die ersten Monate oft umsatzschwach sind. Deshalb brauchen Sie ausreichend Reserven für die Anlaufzeit.
Rechnen Sie in den ersten zwei Monaten nach Gründung mit keinen oder sehr geringen Umsätzen. In dieser Zeit fallen trotzdem Kosten an: Miete, Versicherungen, erste Marketingmaßnahmen. Planen Sie deshalb eine Liquiditätsreserve von mindestens 40.000 Euro für die Anlaufphase ein.
Wenn Sie nicht genug Eigenkapital haben, gibt es verschiedene Wege zur Finanzierung.
Ein Bankdarlehen ist die klassische Option. Banken verlangen dafür einen überzeugenden Businessplan mit Finanzplan. Die Laufzeiten liegen meist zwischen fünf und zehn Jahren. Die Zinssätze variieren je nach Ihrer Bonität.
Förderkredite bieten oft günstigere Konditionen. Die KfW-Bank unterstützt Existenzgründer mit speziellen Programmen. Auch Landesförderbanken vergeben zinsgünstige Darlehen.
Einige Gründer nutzen tilgungsfreie Anlaufjahre. Das bedeutet: Sie zahlen anfangs nur Zinsen. Die Tilgung beginnt erst später. Das schont Ihre Liquidität in der Startphase.
Darlehenssumme: 120.000 €
Laufzeit: 10 Jahre
Zinssatz: 6 % p.a.
Tilgungsfreie Zeit: 2 Jahre (nur Zinszahlung: 600 €/Monat)
Tilgung ab Jahr 3: 1.250 €/Monat zzgl. Zinsen
Tilgungsfreie Anlaufjahre schonen Ihre Liquidität in der kritischen Startphase und geben Ihnen Zeit, Ihren Kundenstamm aufzubauen.
Aus der Erfahrung mit Friseurgründungen lassen sich folgende Tipps ableiten.
Erstens: Kalkulieren Sie immer konservativ. Setzen Sie die Umsätze eher niedrig und die Kosten eher hoch an. So vermeiden Sie böse Überraschungen.
Zweitens: Planen Sie für mindestens drei Jahre. Banken und Investoren erwarten eine mittelfristige Perspektive. Außerdem hilft Ihnen das bei der strategischen Planung.
Drittens: Aktualisieren Sie Ihren Finanzplan regelmäßig. Vergleichen Sie die tatsächlichen Zahlen mit Ihrer Planung. So erkennen Sie Abweichungen früh und können reagieren.
Viertens: Holen Sie sich professionelle Unterstützung. Ein Steuerberater oder Gründungsberater kann wertvolle Hinweise geben. Die Kosten dafür sind gut investiert.
Viele moderne Friseursalons bieten zusätzliche Beauty-Dienstleistungen an. Das erweitert Ihre Einnahmequellen. Allerdings müssen Sie die Kosten dafür einplanen.
Kosmetische Behandlungen wie Aqua Facial oder Micro Needling erfordern spezielle Geräte. Diese Investitionen können sich lohnen. Der Kosmetikmarkt in Deutschland wächst kontinuierlich. Vor der Pandemie verdoppelte sich das Umsatzvolumen nahezu auf 1,86 Milliarden Euro.
Planen Sie für solche Erweiterungen separate Kostenpositionen. Kalkulieren Sie auch die zusätzlichen Einnahmen realistisch. So behalten Sie den Überblick.
Erweiterte Dienstleistungen können Ihren Umsatz deutlich steigern:
Zusatzumsatz durch Produktverkauf: Etwa 30 % der Kunden kaufen zusätzlich Pflegeprodukte. Bei einem durchschnittlichen Produktkauf von 25 € ergibt das einen erheblichen Zusatzumsatz.